AI Coding2026-09-11
OpenAI Blog
GPT-5.6 Sol führt Quantenexperimente autonom aus
Ein MIT-Forscher hat gezeigt, dass Frontier-KI-Modelle weit mehr können als Fragen beantworten. Durch die Kombination von GPT-5.6 Sol mit Codex konnte der Forscher Quantencomputing-Experimente autonom durchführen, die resultierenden Daten analysieren und sogar Qubits kalibrieren – ohne ständige menschliche Aufsicht. Das Setup bewältigt mehrstufige experimentelle Workflows, die bisher umfangreiche manuelle Eingriffe erforderten, und markiert damit einen bemerkenswerten Wandel in der Art und Weise, wie wissenschaftliche Arbeit durchgeführt werden kann.
Das System funktioniert durch die Kombination von Reasoning mit Tool-Nutzung. Statt nur ein Experiment vorzuschlagen, kann das Modell eine Abfolge von Aktionen planen, sie über verbundene Tools ausführen, komplexe Daten interpretieren und dann auf Basis des Gelernten iterieren. Diese Feedback-Schleife lässt den Ansatz weniger wie einen Chatbot und mehr wie einen echten wissenschaftlichen Mitarbeiter wirken.
Quantencomputing ist ein besonders anspruchsvoller Testfall. Qubit-Kalibrierung ist delikat, datenintensiv und repetitiv – ein natürlicher Kandidat für Automatisierung, aber ein schwieriges Problem für KI. Dass GPT-5.6 Sol und Codex dies bewältigen konnten, legt nahe, dass ähnliche agentische Workflows auch in Physik, Chemie und Biologie anwendbar sein könnten.
Die Arbeit fügt sich in einen breiteren Vorstoß ein, KI-Agenten für wissenschaftliche Entdeckungen zu nutzen. Forscher sehen große Sprachmodelle zunehmend nicht als Ersatz für Wissenschaftler, sondern als unermüdliche Assistenten, die die mühsamen, iterativen Teile der Experimentation übernehmen können. Wenn der Ansatz skaliert, könnte er Forschungszyklen beschleunigen und menschliche Experten freisetzen, um sich auf übergeordnete Fragen zu konzentrieren. Vorerst steht die MIT-Fallstudie als überzeugender Proof of Concept, dass autonome KI-gesteuerte Experimentation nicht länger rein theoretisch ist.