AI Policy2026-09-30
The Verge
Trump ordnet „Super Intelligence" statt KI an
US-Präsident Donald Trump hat eine Executive Order unterzeichnet, die die Regierung anweist, die Technologie in offiziellen Politikmaterialien nicht mehr „artificial intelligence", sondern „Super Intelligence" zu nennen. Die Anordnung gilt Berichten zufolge für Regierungswebsites, Dokumente und Pressemitteilungen und argumentiert, das Wort „super" bringe die Kraft der Technologie besser zum Ausdruck.
Auf einer Ebene ist das eine reine Wortfrage: Die zugrunde liegenden Systeme, die Forschung und die Produkte bleiben dieselben. Doch Sprache prägt die öffentliche Wahrnehmung, und der Wechsel ist symbolisch bedeutsam. Er deutet auf eine Regierung, die Entschlossenheit, Ambition und Führungsanspruch im Bereich fortgeschrittener Computertechnik ausstrahlen will.
Der Begriff „Super Intelligence" hat ein anderes emotionales Gewicht als „artificial intelligence". „Artificial" klingt nach künstlich oder nachgemacht, „super" dagegen nach etwas jenseits menschlicher Fähigkeiten. Diese Rahmung kann ein politisches Narrativ über nationale Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und globale Führerschaft stützen. Sie könnte auch beeinflussen, wie Behörden über Regulierung sprechen: Wird die Technologie als Superintelligenz beschrieben, könnten politische Entscheider sie eher als strategisches Gut behandeln denn als gewöhnliches neues Werkzeug.
Die Umbenennung dürfte die Kommunikation mit Wissenschaftlern, internationalen Verbündeten und Unternehmen erschweren, die etablierte Fachbegriffe verwenden. Forschende unterscheiden üblicherweise klar zwischen enger KI, allgemeiner KI und Superintelligenz – eine Verwischung dieser Kategorien kann für Verwirrung sorgen.
Kritiker dürften die Order als reines Branding sehen, Unterstützer als notwendiges Rebranding, das zur Größe des Moments passt. So oder so zeigt die Direktive, wie zentral KI-Kommunikation in der Politik geworden ist. Die Begriffe, die die US-Regierung verwendet, können die öffentliche Debatte, die Medienberichterstattung und sogar die Art beeinflussen, wie andere Länder ihre eigene Politik formulieren. Ob die Order praktische Folgen hat, hängt davon ab, ob sie Finanzierung, Regeln oder Strategie verändert – oder ob sie vor allem eine Frage der Worte bleibt.