
Open Source2026-07-16
WIRED AI
Thinking Machines Lab veröffentlicht offenes KI-Modell Inkling
Thinking Machines Lab hat Inkling als Open Source veröffentlicht, ein massives multimodales KI-Modell mit 975 Milliarden Parametern, das verspricht, Branchenführer wie Anthropic und OpenAI herauszufordern, während es gleichzeitig auf niedrige Kosten und Zensurresistenz setzt. Das Modell, das neben Text auch auf riesigen Mengen an Video- und Audiodaten trainiert wurde, stellt eine bedeutende Verschiebung hin zu zugänglicherer und anpassbarer Unternehmens-KI dar.
Was Inkling auszeichnet, ist sein Fokus auf unternehmerische Autonomie. Im Gegensatz zu cloudabhängigen Modellen großer Anbieter ist Inkling dafür ausgelegt, on-premises zu laufen, was Organisationen die vollständige Kontrolle über ihre Daten und KI-Operationen gibt. Dies adressiert wachsende Bedenken hinsichtlich Datenschutz und Anbieterbindung, die viele Unternehmen dazu getrieben haben, nach Alternativen zu proprietären KI-Diensten zu suchen.
Die multimodalen Fähigkeiten des Modells sind besonders bemerkenswert. Durch das Training mit Video und Audio kann Inkling Inhalte über mehrere Formate hinweg verstehen und generieren, was es für Aufgaben von der Videoanalyse bis zum sprachbasierten Kundenservice geeignet macht. Seine Größe von 975 Milliarden Parametern platziert es unter den größten jemals veröffentlichten offenen Modellen und konkurriert mit der Kapazität von Closed-Source-Konkurrenten.
Besonders kontrovers ist, dass Thinking Machines Lab Inkling explizit mit "Zensurresistenz" als Kernfunktion entwickelt hat. Das Unternehmen argumentiert, dass Unternehmen die Freiheit haben sollten, das Verhalten ihrer KI ohne die von großen Anbietern auferlegten Inhaltsbeschränkungen anzupassen. Dies hat sowohl Lob von Befürwortern offener KI als auch Kritik von Sicherheitsforschern hervorgerufen, die sich über möglichen Missbrauch sorgen.
Für Unternehmen bietet Inkling ein überzeugendes Wertversprechen: niedrigere Betriebskosten im Vergleich zu API-basierten Diensten, vollständige Datenhoheit und die Möglichkeit, das Modell für spezifische Branchenanforderungen zu optimieren. Erste Anwender erkunden Anwendungsfälle im Gesundheitswesen, Finanzwesen und in der Fertigung, wo sensible Daten nicht an externe Server gesendet werden können.
Die Open-Source-Veröffentlichung umfasst Modellgewichte, Trainingscode und Dokumentation, sodass Organisationen Inkling auf ihrer eigenen Infrastruktur bereitstellen können. Thinking Machines Lab bietet auch kommerziellen Support und Anpassungsdienste an und positioniert sich als praktikable Alternative für Unternehmen, die KI-Unabhängigkeit suchen.