AI Infrastructure2026-10-07The Verge

Google sichert Atomkraft für KI-Rechenzentren

Google hat einen 20-jährigen Stromabnahmevertrag (Power Purchase Agreement) mit Constellation unterzeichnet, der Upgrades an sechs Atomkraftwerksstandorten in den Vereinigten Staaten unterstützen soll. Der Deal soll mehr Strom für die Rechenzentren von Google liefern, die durch KI-Training und Inferenz zunehmend unter Druck geraten. Fortschrittliche Modelle benötigen gewaltige Rechenleistung – und diese Rechenleistung braucht enorme, kontinuierliche Energie. Mit dem wachsenden Einsatz von KI suchen Tech-Unternehmen deshalb nach Energiequellen, die zugleich zuverlässig und CO2-arm sind. Kernkraft passt in dieses Profil: Sie kann im Gegensatz zu Solar- und Windkraft rund um die Uhr Strom erzeugen und verursacht dabei sehr geringe Emissionen. Die Vereinbarung markiert einen breiteren Wandel im Rennen um die KI-Infrastruktur. Rechenzentrumsbetreiber konkurrieren längst nicht mehr nur über Chips und Netzwerktechnik, sondern auch um Strom. In einigen Regionen sind die Netze durch neue Anlagen bereits belastet, und Versorger stehen vor der schwierigen Frage, wie schnell sie zusätzliche Kapazität bereitstellen können. Mit der Unterstützung von Kernkraftwerks-Upgrades hofft Google, sich langfristig eine stetige Versorgung mit CO2-armer Grundlast zu sichern. Constellation wird die Anlagen betreiben, während der langfristige Vertrag den Projekten finanzielle Planungssicherheit gibt. Dennoch ist der Ausbau der Kernkraft weder schnell noch einfach. Upgrades erfordern behördliche Genehmigungen, Sicherheitsprüfungen und die Einbindung der lokalen Gemeinden. Genehmigungsverfahren können sich über Jahre ziehen, und die öffentliche Diskussion über radioaktiven Abfall sowie die Sicherheit von Anlagen bleibt bestehen. Trotzdem signalisiert der Deal zwischen Google und Constellation, dass große KI-Player die Kernenergie als praktischen Teil ihrer Langfriststrategie betrachten. Gelingt das Vorhaben, könnte es weitere Tech-Konzerne zu ähnlichen Vereinbarungen bewegen – und die Zukunft der KI direkt an die Zukunft des Stromnetzes koppeln.

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