AI Infrastructure2026-09-26
TechCrunch AI
Anthropic zahlt 11,6 Mrd. Dollar an Akamai
Anthropic will laut der angekündigten Vereinbarung über sieben Jahre hinweg 11,6 Milliarden Dollar für Cloud-Infrastruktur von Akamai ausgeben. Das ist eine bemerkenswerte Wette auf CPU-basiertes Computing für KI-Workloads – zu einem Zeitpunkt, an dem sich der Großteil der Branchenaufmerksamkeit auf GPU-Cluster richtet. Je nachdem, wie stark Nutzung und Infrastrukturbedarf von Anthropic wachsen, könnte das Volumen am Ende bei rund 20 Milliarden Dollar landen.
Ungewöhnlich ist eine Eigenkapital-Komponente: Akamai gewährt Anthropic eine potenzielle Beteiligung von bis zu 5 Prozent, die mit steigenden Ausgaben im Rahmen der Vereinbarung wächst. Diese Struktur bindet beide Unternehmen enger aneinander als ein klassischer Cloud-Vertrag. Statt einer reinen Lieferanten-Kunden-Beziehung erhält Anthropic ein finanzielles Interesse an Akamai, während Akamai einen großen Langzeitkunden gewinnt.
Der Deal spiegelt auch den enormen Kapitalbedarf von Frontier-KI-Entwicklern. Training und Betrieb fortschrittlicher Modelle erfordern zuverlässige Compute-, Speicher-, Netzwerk- und Rechenzentrumskapazitäten in Größenordnungen, die kaum ein Unternehmen allein stemmen kann. Während zuletzt spezialisierte GPU-Clouds die Schlagzeilen der KI-Infrastruktur dominierten, deutet Anthropics Schritt an, dass CPU-basierte Infrastruktur für viele Workloads weiterhin wichtig bleibt – etwa für Datenverarbeitung, Orchestrierung und Inferenzaufgaben, die nicht immer die teuersten Beschleuniger brauchen.
Für Akamai ist der Vertrag ein deutliches Vertrauenssignal für seine Cloud-Ambitionen und ein Weg, über das traditionelle Geschäft mit Content Delivery und Sicherheit hinauszuwachsen. Für Anthropic bedeutet die mehrjährige Verpflichtung Zugang zu Kapazität und potenzielles Equity-Upside – aber auch erhebliche festgeschriebene Ausgaben.
Die Botschaft dahinter: KI-Wettbewerb dreht sich längst nicht mehr nur um Modellqualität. Es geht auch darum, sich vielfältige Infrastruktur zu sichern, Kosten zu steuern und Allianzen aufzubauen, die jahrelanges Wachstum tragen. Wenn KI-Labore weiter skalieren, dürften Deals wie dieser häufiger werden – mit kreativen Finanzierungen und Beteiligungsstrukturen, die die Grenzen zwischen Kunden, Lieferanten und Investoren verwischen.