AI Infrastructure2026-10-20
The Verge
Amazon finanziert neues Atomkraftwerk in Indiana
Amazon hat laut The Verge eine Vereinbarung mit X-energy und American Electric Power unterzeichnet, um ein neues Atomkraftwerk in Indiana zu finanzieren. Die geplante Anlage soll auf dem Gelände eines stillgelegten Kohlekraftwerks entstehen und bis zu 960 Megawatt Leistung liefern. Der Schritt ist bemerkenswert für die Bemühungen der großen Tech-Konzerne, sich langfristig Strom für Rechenzentren zu sichern – auch für jene, die KI-Workloads tragen.
Der Deal spiegelt eine wachsende Sorge: KI-Computing und Cloud-Dienste brauchen riesige Mengen zuverlässiger Energie, und Unternehmen stehen unter Druck, diese ohne steigende Emissionen zu beschaffen. Erneuerbare Energien wachsen zwar, doch Wind und Sonne hängen vom Wetter ab und brauchen oft Speicher oder Backup. Kernkraft bietet durchgehende, kohlenstoffarme Erzeugung – attraktiv für Anlagen, die rund um die Uhr laufen müssen. Die Wiederverwendung eines früheren Kohle-Standorts kann zudem vorhandene Netzanschlüsse und lokale Infrastruktur nutzen.
Für Amazon geht es dabei um mehr als PR. Der Konzern versucht, Kapazitäten zu sichern, während die Stromnachfrage aus Rechenzentren steigt und Netzengpässe schwieriger zu managen werden. X-energy bringt fortschrittliche Reaktortechnologie ein, American Electric Power die Erfahrung eines Versorgers. Das Projekt wird trotzdem regulatorische, bauliche und finanzielle Hürden nehmen müssen, und Atomkraftwerke brauchen Jahre bis zur Fertigstellung. Die Vereinbarung zeigt aber, dass große Technologiekonzerne bereit sind, neue Erzeugung direkt mitzufinanzieren. Wenn es vorankommt, könnte das Werk in Indiana zum Modell dafür werden, wie der stromhungrige KI-Bedarf mit kohlenstoffarmer Infrastruktur gedeckt wird.