AI Policy2026-10-31
The Verge
KI-Riesen unterstützen neuen Scraping-Opt-out
OpenAI, Google, Microsoft und Anthropic haben signalisiert, dass sie einen neuen gemeinsamen Standard übernehmen wollen, der Verlagen ein Opt-out von KI-Scraping ermöglicht. Der Mechanismus soll Websites erlauben, ihre Präferenzen zur Nutzung für KI-Training gegenüber mehreren Unternehmen gleichzeitig auszudrücken, statt für jeden Anbieter ein separates Signal einzurichten.
Der Schritt fällt in eine Phase wachsender Spannungen zwischen KI-Entwicklern und Publishern über urheberrechtlich geschütztes Material und die Verwendung von Webinhalten in Trainingsdaten. Ein gemeinsamer Opt-out-Standard könnte die Einhaltung für Websites einfacher und für KI-Unternehmen planbarer machen. Außerdem könnte er den Verwaltungsaufwand für kleinere Verlage senken, denen die Ressourcen für individuelle Verhandlungen oder die Pflege vieler verschiedener technischer Präferenzen fehlen.
Zugleich ist ein Opt-out-Signal keine vollständige Lösung für die breitere Debatte. Es bleibt offen, wie solche Präferenzen ausgedrückt und durchgesetzt werden und wie sie mit bestehenden rechtlichen Regeln und Lizenzvereinbarungen zusammenspielen. Dass mehrere große KI-Unternehmen denselben Ansatz unterstützen, ist dennoch ein wichtiges Zeichen: Die Branche sieht offenbar Wert in einem koordinierten System, während Regulierer und Gerichte die Datennutzung weiter prüfen.
Für Verlage kann der Standard ein klarerer Weg sein, ihre Entscheidungen zu formulieren. Für KI-Entwickler könnte er das Risiko versehentlicher Nichteinhaltung senken und das Vertrauen von Rechteinhabern verbessern. Wie groß die praktische Wirkung ist, hängt von der Übernahme über die zunächst genannten Unternehmen hinaus und von einer konsistenten Umsetzung ab. Die Ankündigung markiert damit einen Schritt zu formelleren Regeln für KI-Scraping, aber nicht das Ende des Streits darüber, wie wertvolle Inhalte genutzt und vergütet werden sollen.